Bau eines Fleischhandelszentrums mit eigener Produktion

Kommunalpolitik

SPD-Fraktion Aschheim/Dornach

Stellungnahme der Gemeinderatsfraktion der
SPD Aschheim/Dornach zum Bau eines Fleischhandelszentrums mit eigener Produktion


Die Fraktion der SPD Aschheim/Dornach im Aschheimer Gemeinderat hat der Ansiedlung eines Fleischhandelszentrums mit eigener Produktion (Schlachthof) im Aschheimer Gewerbegebiet - gemeinsam mit Mitgliedern aller Fraktionen - zugestimmt. Wir haben in den nichtöffentlichen Gemeinderatssitzungen, in denen das Projekt vorgestellt wurde, zahlreiche kritische Fragen gestellt und die unterschiedlichen Aspekte, die es bei einem Vorhaben dieser Größenordnung zu bedenken gibt, ausgiebig miteinander diskutiert und abgewogen.

Letztendlich haben die Argumente, die für den Betrieb sprechen, überwogen:

  • Auf der Fläche wird sich nicht eine große Firma ansiedeln, sondern eine Vielzahl von kleinen Betrieben wie Metzger und Zwischenhändler. Sollte eines dieser Unternehmen in Insolvenz gehen müssen, so wäre der Ausfall der Gewerbesteuer für die Gemeinde geringer als bei einem einzelnen Unternehmen und es ist auch mit einer schnellen Neubesetzung zu rechnen.
  • Das Verkehrsaufkommen wird im Vergleich zur Ansiedlung unterschiedlicher kleinerer Unternehmen wie z.B. Speditionen eher gering sein. Die Tiere werden in ca. 30 Transportern nachts über die Autobahn angeliefert, also in einer Zeit ohnehin geringen Verkehrsaufkommens. Und der Abtransport des Fleisches erfolgt in den frühen Morgenstunden.
  • Der bisherige, veraltete Münchner Schlachthof wird durch einen hochmodernen Schlachtbetrieb ersetzt. Damit können nicht nur Unmengen an Wasser und Energie eingespart werden. Wir gehen auch davon aus, dass eine moderne Anlage durch bessere Logistik und die Beachtung aller aktuellen Tierschutzanlagen beim Schlachtablauf tierfreundlicher gestaltet sein wird. Darüber hinaus ist die Anlieferung über die Autobahn für die zu schlachtenden Tiere deutlich stressfreier, da ihnen der besonders belastende Stop-and-Go-Verkehr durch den gesamten Münchner Stadtbereich erspart wird, der überdies die Fleischqualität beeinträchtigt.
  • Einer Viehwirtschaft, die nur von einigen großen Unternehmen kontrolliert wird, stehen wir ablehnend gegenüber, denn sie ist häufig sowohl für den Verbraucher als auch für das Tierwohl von Nachteil. Wir wünschen uns deshalb, dass die in Bayern traditionell kleinteilige Viehwirtschaft und das regionale verarbeitende Gewerbe erhalten bleiben. Die Betriebe im neuen Schlachthof sollen wie schon der Münchner die Region mit Fleisch- und Wurstwaren versorgen, sodass der neue Schlachthof auch ein Projekt zum Schutz der regionalen Viehwirtschaft sein kann.
  • Das Grundstück, auf dem der Schlachthof entstehen soll, liegt in unmittelbarer Nähe der A99 und der Staatsstraße innerhalb eines reinen Gewerbegebiets. Da die Schlachtung innerhalb eines geschlossenen Systems erfolgt, sind nachteilige Auswirkungen auf Wohnbebauung nicht zu befürchten. Nichtsdestotrotz muss der Immissionsschutz natürlich im Rahmen der Planungen allerhöchste Priorität haben.
  • Abgesehen von der Tatsache, dass der Betrieb eines in die Jahre gekommenen Schlachthofs innerhalb dichter Wohnbebauung wenig zeitgemäß erscheint, werden durch den Wegzug des Schlachthofs aus München dort dringend für Wohnungsbau benötigte Flächen frei.
  • Mit der Grundsatzentscheidung vor einigen Jahren, am Autobahnring A99 ein größeres Gewerbegebiet auszuweisen, war die SPD nicht einverstanden und hat in diesem Zusammenhang ein Bürgerbegehren gegen die Ansiedlung der beiden Möbelhäuser angestrengt. Nachdem dieses nicht von Erfolg gekrönt war, haben wir die Entwicklung des Gewerbegebietes und die Ausdehnung der Gewerbeflächen nach Süden kritisch, aber positiv begleitet. Da das Gebiet bereits sehr weit entwickelt ist, geht es bei den Entscheidungen, die wir zum jetzigen Zeitpunkt zu treffen haben, also nicht mehr darum, ob dort überhaupt die Ansiedlung von Unternehmen stattfinden soll, sondern wie das Gebiet zum nachhaltigen Vorteil für die Gemeinde entwickelt werden kann.

    Somit konnte das häufig aufgeführte Argument der Versiegelung des Bodens sowie der weiteren Annäherung von Gewerbeflächen an das Naherholungsgebiet “Heimstettener See” beim aktuellen Gemeinderatsbeschluss keine Rolle mehr spielen - diese Entscheidung ist bereits vor Jahren getroffen worden.

    Uns ist bewusst, dass dieses Projekt nicht nur bei den Aschheimer und Dornacher Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch in den Nachbargemeinden Befürchtungen und Gesprächsbedarf auslöst. Notwendig ist deshalb nicht nur eine transparente Planung des Projekts, bei der alle Beteiligungsmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger sowie Nachbargemeinden ausgeschöpft werden, sondern auch ein Bekenntnis der Investoren und der sich ansiedelnden Unternehmen, bei der neuen Anlage die allerhöchsten Standards hinsichtlich des Immissions- und Tierschutzes einzuhalten. Nur unter diesen Voraussetzungen kann sichergestellt werden, dass das Projekt erfolgreich abgeschlossen und als Nachfolgeeinrichtung des Münchner Schlachthofs akzeptiert wird.

    Adobe Acrobat Dokument [35 KB]
    Download

    aj
 
 
 

Counter [seit 07.2004]

Besucher:678861
Heute:36
Online:1
 

Nicht vergessen!

Alle Termine öffnen.

22.10.2019, 19:30 Uhr
Bau- und Umweltausschusssitzung

Rathaus Aschheim, Ismaninger Straße 8

24.10.2019, 19:30 Uhr
Gemeinderatssitzung

Rathaus Aschheim, Ismaninger Straße 8

12.11.2019, 19:30 Uhr
Haupt- und Finanzausschusssitzung

Rathaus Aschheim, Ismaninger Straße 8

19.11.2019, 19:30 Uhr
Bau- und Umweltausschusssitzung

Rathaus Aschheim, Ismaninger Straße 8

Alle Termine
 

Lokalpresse für Aschheim

Münchner Merkur

Süddeutsche Zeitung
 

Für uns im Landtag

Natascha Kohnen, MdL

 

Webmaster